Zukunftskonferenz Robotik in der Pflege

Konferenz United Robotics

Wir waren beim top besetzten Symposium „Wenn Maschinen Menschen helfen. Robotik, KI und Empathie im Gesundheitswesen von morgen“ der United Robotics Group.

Ein Raum voller Menschen, die sich für Technologie im Gesundheitswesen interessieren – Enthusiasmus, Fakten, Vision und Kritik treffen aufeinander.

Prof. Dr. med. Gregor Hörmann erzählte von der Automatisierung im Labor bei MLL Münchner Leukämielabor. Was für manche nach trockener Betriebswirtschaft klingen mag, unterschätzt, was es für einen Unterschied macht, wie schnell ein Mensch eine klare Diagnose bezüglich einer Leukämie bekommt und wie präzise diese ist.

Geschieht eine solche technologische Umstellung in der Medizin über Nacht? Prof. Dr. med. Matthias Nauck hat die automatisierte Laborstraße eines Uniklinikums über viele Jahre kontinuierlich aufgebaut.

Dr. Isabella Hermanns Vortrag zu Science-Fiction-Narrativen und wie diese unser Verständnis von KI und Robotik im Gesundheitswesen prägen, war nah an dem, was mich in meiner eigenen Forschung beschäftigt hat. Hängen geblieben ist mir, dass selbst bei den Med Pods bei Star Trek immer noch Pflegekräfte und Ärzte dabei stehen und die Maschine als Werkzeug gesehen werden.

Prof. Dr.-Ing. Alexander Koenig hat in seinem Vortrag dem Publikum gezeigt, was in der Robotik heute bereits möglich ist, warum die Menge der Trainingsdaten bisher gering war und was sich daran geändert hat.

Prof. Dr. Dominik Bösl, Informatiker und Philosoph – was für eine coole Kombination, die sich auch im Vortrag zeigt. Herr Bösl kommt selbst aus der Robotik und fragt sich: Warum sollen Roboter aktuell aussehen wie Menschen, Beine haben und Alleskönner sein? Ich teile seine Einschätzung, dass das größte Potenzial Momentan in Robotern mit konkreten Anwendungen liegt.

Sandra Postel von der Pflegekammer NRW hat mir aus der Seele gesprochen: Pflegekräfte sollten als Profis bei der Entwicklung von Technologie Gehör bekommen.

Matthias Spielkamp hat zum Abschluss alle Anwesenden zum Nachdenken gebracht. Als Geschäftsführer von AlgorithmWatch betonte er, dass Technik dem Menschen dienen müsse, der Demokratie und den Menschenrechten verpflichtet, nicht ihnen entgegengesetzt.

Danke an Wassim Saeidi für die Einladung zur Champions League der Gesundheitsrobotik! Es war ein sehr spannender Tag.

Ein Satz von Prof. Dr. Jochen A. Werner bringt die Debatte um Technologie im Gesundheitswesen gut auf den Punkt: Er sagte sinngemäß, dass Medizin schon immer mehr als nur ein physischer Heilberuf war. Sie sei Beziehung.

Fazit: Dementsprechend lässt sich Medizin und Pflege aus meiner Sicht auch nicht gänzlich in automatisierbare „Prozesse“ zerlegen. Es bleibt immer ein Rest Unverfügbares

Schön, dass Sie sich für digitale Innovation in der Pflege interessieren

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