Altenpflege 2026: Wie ein Startup aus der Gastro die Pflegebranche für sich entdeckt

culinu

Culinu ist eine KI-basierte Software für Planung, Abfrage und Einkauf in Pflegeheimküchen. Doch wie ist die Idee dafür entstanden und wie hilft das Tool die Arbeit von Küchenleitern zu erleichtern? Wir waren auf der Messe „Altenpflege 2026“, um darüber berichten zu können.

Der Geschäftsführer von Culinu, Julian Obermeier hat ursprünglich eine Ausbildung in der Gastronomie. Durch die Corona Pandemie wechselte er dann in die Tec-Branche. Daraus entstand die Idee, beides miteinander zu verbinden. Mit der ursprünglichen Software von Culinu konnten Restaurants Ihre Menüs ernährungsmedizinisch und wirtschaftlich optimieren. Über die Gemeinschaftsverpflegung fanden sie dann ihren Weg in die Küchen der Pflegeheime. Bei der Analyse der Prozesse fiel auf, dass hier noch Optimierungspotenziale vorhanden sind, besonders bei administrativen Tätigkeiten, die Küchenleiter tagtäglich durchführen.

Es galt die Kernprozesse zu identifizieren. Das Team teilte diese in drei Bereiche ein. Erstens die Planung des Essensangebots: Dafür müssen die Bedürfnisse der Klienten, Allergien und der Nachhaltigkeitsaspekt erfasst, und damit Menüpläne erstellt werden. Es müssen Kennzahlen für das Budget und die Personalkapazität berücksichtigt werden. Als zweiten Punkt identifizierten sie die digitale Abfrage der Essenswünsche der Klienten. Diese können aus dem täglichen Angebot eine Menülinie auswählen. Als Drittes schien es bisher umständlich, bei einer Vielzahl von Lieferanten einzeln zu bestellen. Dabei mussten Verfügbarkeit, Preis-Volatilität und der Bestellprozess der Ware beachtet werden.

Bis jetzt ist es Teil des Arbeitsalltages für den Küchendienstleister, all diese komplexen Anforderungen zu beachten und daraus wöchentlich einen Menüplan zu erstellen. Das bedeutet eine enorme Verantwortung und administrativen Aufwand, der bis zu acht Stunden in der Woche in Anspruch nehmen kann. Hier kommt Culinu ins Spiel.

Der Küchendienstleiter gibt die Vorgaben wie vorhandenes Budget, Kalorienbedarfe, Allergien, etc. ein. Die Software erstellt daraus an die Anforderung angepasste Menüpläne, inklusive Mengenangaben für die Bestellliste. Aufgrund der Schnittstellen zu Lieferanten, Verknüpfung zu Bewohnerabfragen und den Angaben des Budgets vereinfacht die Software damit auch den Bestellprozess. Bei der Entwicklung arbeitet Culinu dabei eng mit Ärzten und Pflegeheimen zusammen, um die individuellen Herausforderungen und Besonderheiten der Branche zu verstehen und umzusetzen.

Im Pflege Digital Podcast von Christoph Schneeweiß (Folge vom 17. April 2026) stellt der Moderator fest, dass das Thema Verpflegung in Pflegeheimküchen in der öffentlichen Diskussion oft zu kurz kommt, obwohl die kulinarische Versorgung der Klienten ein zentraler und wichtiger Bestandteil der Pflegedienstleistung ist. Ebenso erzählt Culinu Pilotpartner Tim Tangermann von der „tegeler Gruppe“ wie Culinu jetzt schon bis zu vier Stunden die Woche einspart. Dabei gebe es noch eine Menge Ideen für Anwendungsfälle, bei denen das Startup Pflegeküchen unterstützen kann.

 

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